Link --> Artikel von René Zipperlen , 09.07.2025
Jazz-Star Dee Dee Bridgewater kommt nach Freiburg: "Wir müssen unsere Stimmen erheben"
Dieser Artikel der Badischen Zeitung hat Bezahlschranke. Ich erlaube mir, knapp ein paar erlesene Stellen des Interviews zu zitieren.
...
Ein paar Kommentare unter dem Artikel :
Darüber hinaus ließ ich mich auf eine Leserdiskussion in den Kommentaren ein. Da wurde, für meine Begriffe, etwas schräg dargestellt, wo ich dagegenhalten musste :
Frau P :
"1997
hatte sie gespielt als ich in Paris war, vor vielen jungen Leuten, die
wegen Papst Johannes Paul 2 da waren. Es war dermaßen heiss, die Stadt
war kaum zu ertragen. Schade, dass sie sich politisch so weit aus dem
Fenster lehnt. Sie trägt sehr dick auf.
Ich
bin dagegen, dass Künstler sich positionieren. Sie können für
universelle Standpunkte eintreten, zb. Arte bringt gerade ein paar
wenige Filme von Charlie Chaplin.
Er ist ein "true
Artist", was sein in "Rampenlicht" angedeutet ausgesprochender Maßstab
für eine in der Kunst tätige Person gewesen wäre. Auch Ai WeiWei schafft
den schwierigen Akt, politische Kunst zu schaffen.
Aber diese profane Parteinahme finde ich unprofessionell.
Nur Provinzkünstlern vorbehalten.
Die
müssen zu Kreuze kriechen vor dem Bürgermeister u den lokalen
Wirtschaftsfürsten, um überhaupt auftreten zu dürfen. Das sind mildernde
Umstände.
Auch der Hype um Frauen und ihre behauptete Unterordnung finde ich eine hilflose Geste.
Dass
der Kollege Matheny besser bezahlt wurde, liegt evt. einfach nur an
seinem unterschiedlichen Marktwert, u nicht an seinem Geschlecht. Das
weiss sie nicht, aber sie behauptet es einfach.
Dass Geld prinzipiell die Kunst, und sowieso alles korrumpiert, ist keine neue Erkenntnis.
Der
"true Artist" im Sinne Chaplins lässt sich von Armut od Missgunst od
phasenweiser Wirkungslosigkeit nicht abhalten oder beeinflussen.
Ist das Ticket nicht unverschämt teuer, werde ich sie mir anschauen. Ihre Stimme war sehr schön damals."
Herr K. :
"Frau P. ,
manche Ihrer Gedankengänge finde ich, ja, ich sag mal, seltsam. Sowas hab ich in der Art noch nie gelesen.
Also Pardon, ich würde nie sagen, eine Sängerin „spielt“. Naheliegend ist doch, dass sie singt.
Es ist das Bedürfnis und die Entscheidung von Frau Bridgewater, (komisch, sie erwähnen ihren Namen kein einziges Mal)
wie politisch sie sich gibt. Künstlerische Freiheit.
Dass Sie Künstlerinnen nur eine bestimmte Haltung zugestehen, als Ihre gewünschte Interpretin, das wirkt so gar nicht tolerant.
Sie finden Frau Bridgewater unprofessionell wegen, Sie sagen, profaner Parteinahme. Mir kommt es vor, Sie beurteilen
Professionalität nach gut dünken.
Sie vergleichen Dee Dee Bridgewater mit Provinzkünstler, die zu Kreuze kriechen ??
Die Frage nach Benachteiligungen von Frauen, sag ich nix dazu, da kennen Sie sich natürlich besser aus, Frau P.
Pat schreibt man übrigens Metheny, aber im Artikel steht auch Robert Flack .. 😌
Wenn ich versuche, mit Hancock Preisen zu vergleichen, auch beim ZMF, kann ich nichts doppeltes erkennen.
Gehen
Sie ruhig hin, Frau Pietrowski, die Bridgewater mit Band sind ihr Geld
wert. Wenn Sie wissen, Sie werden enttäuscht, bleiben Sie einfach fern. "
Frau P. :
"Herr
Kuch, Sie meldeten sich gestern mit einem Kommentar, den ich auch sah,
und Ihnen antwortete. Dass beide nicht mehr da sind, ist nicht nur eine
Respektlosigkeit gegenüber dem Leser vom Löscher/Zensor, sondern auch
bedauerlich insofern, als dass ich Ihnen meinen Standpunkt nochmals
besser verständlich zu machen versuchte.
Da
ich jetzt keine Zeit u keine Lust mehr habe, für den Abfall zu
schreiben, nur kurz, niemand der voll in Blüte steht als Künstler, würde
sich mit so billigem Politiknonsense dem Zuhörer aufdrängen.
Ob Frau Bridgewater Herrn Trump mag oder nicht, ist mir vollkommen egal.
Im Zweifel kann sie überhaupt nicht beurteilen, was politisch abgeht.
Sie hat keinerlei Autorität und mit ihr all die Anderen, die sich primitiv-politisch äußern und politisch agitieren.
Was
sie hier mit ihren Klagen wahllos über Rassismus, toxische Maskulinität
und "DemokratieinGefahr" leider unter Beweis stellt. Ein Sammelsurium
der Anschluldigungen. Purer Nonsense.
Ich
weiss, dass das in den USA speziell bei Demokraten eine beliebte
Äußerungsform ist und US_Amerikaner auch dicker auftragen, denn so sind
sie sozialisiert.
Dort sind deftige Äußerungen explizit nicht verboten. Wie zb in Deutschland. Es gibt nicht in der Form wie hier 187, 188 ff StGB
Aber für einen Künstler wäre es viel klüger und sinnvoller, sich zu seiner Kunst zu äußern.
Und wenn dazu eben nichts kommt, dann lässt das Rückschlüsse zu. Oder wurde Fr. Bridgewater als politische Agitatorin gebucht?"
Herr K. :
" - 1 -
Hei, Frau P. , hätte ich jetzt nicht gedacht, dass Sie sich noch melden.
Unsere Kommentare habe ich zufällig gelesen, bevor sie weg waren. Es ist ein komisches Gefühl, wenn man so gelöscht wird.
Ich denke, dass von Seiten der BZ der Respekt vor dem Schreiber abgewogen wird mit dem Respekt vor dem Leser.
Wenn Dee Dee Bridgewater ihr Programm "We exist!" überschreibt,
mit Fokus auf Songs mit Protestcharakter, also nicht nur Jazz-Standarts
als dubi-da-dubi, sondern mit historischer Wahrnehmung von
Ungerechtigkeit, Rassismus, mangelnde Emanzipation ... ich find das
legitim dies so zu thematisieren. Unzählige Jazzmusiker machen das, und
zwar authentisch. Im Auftrag des Herrn !
Nochmal "We exist!" das erinnert doch von der Assoziation her gesehen an "We insist!" (auch
dort ist vor dem Ausrufezeichen kein Leerzeichen.) Dem legendären
Jazzpolitalbum von Max Roach nebst Sängerin Abbey Lincoln.
Ausgangspunkt waren "Sit-in-Demonstationen" afroamerikanischer
Studenten. Viele Musikerkollegen, alles Könner ihres Instruments,
solidarisierten sich. Andere spielten halt weiter auf den
Mississippiedampfern.
Dass Jazz, der musikalisch
afroamerikansche Wurzeln und europäische Errungenschaften verschmelzte,
immer auch politisch war, und unglaubliche existentielle
Ungerechtigkeiten thematisierte, das weiss doch jeder, wegen
Ausgebeuteter der Baumwollfelder. "
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